Pflege

Pflegestärkungsgesetz II / Pflege-Update ab 01.01.2017

Die Bundesregierung reformiert die Bestimmungen im Pflegefall und bezeichnet diese Reform als Meilenstein und Quantensprung im Pflegerecht.

Ist das wirklich so?

Nachstehend Änderungen und wichtigsten Fakten im Telegrammstil …

  • Aus drei Pflegestufen plus Stufe 0 für Demenz werden fünf Pflegegrade.

EA* = erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz etwa durch Demenz

Pflegestufen bis 2016

Pflegegrade ab 2017

-

1

EA*

2

I

2

I + EA

3

II

3

II + EA

4

III

4

III + EA

5

III im Härtefall

5

III um Härtefall + EA

5

  • Geändertes Begutachtungsverfahren (Fokus nicht mehr nach Zeitaufwand, sondern nach Grad der Selbständigkeit und die verbleibenden Fähigkeiten in sechs Bereichen).
  • Neben körperlichen fließen nun auch geistige und psychische Handicaps in die Betrachtung mit ein.
  • Einstufung Pflegegrad (PG) erfolgt nach einen Punktewert zwischen 0 und 100. Bei der Begutachtung werden 6 Bereiche geprüft und bewertet. Aus 2) und 3) wird nur der höhere Wert einbezogen. Aus der Gesamtpunktzahl ergibt sich der Pflegegrad.

Begutachtungsbereich (Modul)

Gewichtung je Modul

(Prozentsatz der Gesamtpunktzahl)

  1. Mobilität

10 %

  1. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten oder
  2. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen

15 %

  1. Selbstversorgung

40 %

  1. Bewältigung von krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen

20 %

  1. Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

15 %

 

PG 1 ab 12,5 Punkte, darunter liegt keine Pflegebedürftigkeit vor

PG 2 ab 27 Punkte

PG 3 ab 47,5 Punkte

PG 4 ab 70 Punkte

PG 5 ab 90 Punkte

  • Leistungen der Pflegeversicherung werden ausgeweitet (Anspruch auf Unterstützung steigt, da der neue Pflegegrad I niedriger ansetzt als die alte Pflegestufe I). Folge: Steigerung der Anspruchsberechtigten um ca. eine halbe Million
  • Bereits Pflegebedürftige genießen Bestands- bzw. Vertrauensschutz und profitieren in einigen Fällen auch von mehr Leistungen profitieren.
  • Bewohner von Pflegeheimen haben künftig einen Rechtsanspruch auf eine zusätzliche Betreuung.
  • Pflegesätze werden leicht angehoben, z.B. Angehörigenbetreuung in Pflegestufe I = neu Pflegegrad II plus 72 Euro (derzeit 244 zu 316) oder vollstationäre Pflege für Pflegestufe III = neu Pflegegrad IV plus 163 Euro (derzeit 1612 zu 1775).

Nach wie vor wird jedoch durch die Reform das Problem Pflege bestehen bleiben …

  • Tatsächliche Pflegekosten liegen weit über den Pflegesätzen der gesetzlichen Pflegeversicherung
  • Pflegebedürftigkeit bleibt ein enorm finanzielles Risiko für ganze Familien (nach wie vor haften Kinder für ihre Eltern!)

 

Die nachfolgenden Hinweise sollen Ihnen als Anstoß dienen sich mit einem Thema zu befassen, das alle angeht.

Die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt auf Grund des demografischen Wandels von Jahr zu Jahr stark an ! In 20 Jahren wird der Bevölkerungsanteil der betroffenen Pflegebedürftigen um ca. 150% steigen, in den nächsten 40 Jahren sogar um ca. 240%. Derzeit gibt es in Deutschland ca. 3 Millionen Pflegebedürftige, jeder Dritte lebt im Durchschnitt 7 Jahre als Pflegefall.
Pflege1
Millionen von Menschen befassen sich mit dem Problem Pflegebedürftigkeit und der daraus resultierenden notwendigen Pflegevorsorge nicht oder erst dann, wenn es zu spät ist !
Zeitbombeneu

  • Pflegebedürftigkeit1
    Staatliche Leistungen bei Pflegebedürftigkeit
          
    Pflegestufe   Monatliche Leistungen der Pflegekasse
    mit Demenz    ohne Demenz
    2014 2015 2014 2015
          
     Tages- oder Nachtpflege in einer Einrichtung
    0 0 231      0 0
                      I 450 689 450 468

                    II

    1100 1298 1100 1144
                   III 1550 1612 1550 1612
     Pflegegeld für pflegende Angehörige 
    0 120 123      0 0
                      I 305 316 235 244
                    II 525 545 440 458
                   III 700 728 700 728
     Pflegesachleistungen bei Pflege durch einen Pflegedienst
    0 225 231      0 0
                      I 665 689 450 468
                    II 1250 1298 1100 1144
                   III 1550 1612 1550 1612


    Selbst die unterschiedlichsten Medien machen immer mehr verstärkt auf dieses prekäre Thema aufmerksam ...
    Pflege2

    Nachstehend Auszüge aus dem Deutschen Recht. Dieses gilt zwingend und unmittelbar für alle !
    Pflege4

    Pflegeabsicherungen

    PflegeBahr1
    PflegeBahr2PflegeBahr3

    Ein akuter Pflegefall erfordert schnelles und überlegtes Handeln. Da es ja meist Familienangehörige betrifft, sind die Verwandten psychisch oftmals nicht in der Lage rationell zu denken. Gut, wenn man auf Hilfe zurückgreifen kann ...

    MaSch Pflegeexperte  Rollup-Zeitbombe-Schmitt-1 


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