Rente

Im Parteien-Wahlkampf 2013 spielte das Thema „Rente“ mit Lösungsvorschlägen wie „Lebensleistungsrente“, „Solidarrente“ und „Garantierente“ eine große Rolle.

Ist das Thema damit mittlerweile gelöst ?
NEIN

Die Renteninformation geht auf folgende Fakten nicht ein …

  • kein Berufsschutz (Berufsunfähigkeitsrente) für diejenigen, die nach dem 01.01.1961 geboren sind
  • wer noch zwischen 3 und weniger als 6 Stundenarbeiten kann, ist teilweise erwerbsgemindert und erhält nur die halbe Erwerbsminderungs-Rente = ca. 17 % vom Bruttoeinkommen
  • die Altersrente wird mit 67 Jahren angegeben. Wer früher in Rente gehen möchte, erhält weniger Rente. Bei Renteneintritt mit 63 Jahren beträgt die Rentenkürzung ca. 22 %; mit 65 Jahren beträgt die Rentenkürzung ca. 11 %
  • die Renten vermindern sich um den Eigenanteil für Krankenversicherung und den vollen Pflegeversicherungsbeitrag (zusammen ca. 10,25 %, Stand 01.01.2013)
  • es erfolgen keine Angaben zur Hinterbliebenenversorgung


Die gesetzliche Rente reicht auch bei höheren Einkommen nicht zum Leben !

Faustformel für eine schnelle und einfache Renteneinschätzung …

Bruttorenten
(abzüglich Eigenanteil für Kranken- und Pflegeversicherung von derzeit 10,25 % → Nettorente = Bruttorente x 0,8975; die Besteuerung der Rente ist nicht berücksichtigt).

Für Arbeitnehmer in % vom Brutto-Gehalt/Lohn.

  • Altersrente mit 67/63 Jahren ca. 44 %/ca. 35 %
  • Volle/Halbe Erwerbsminderungsrente ca. 34 %/ca. 17 %
  • Große Witwenrente (55 % von EM-Rente) ca. 18 %
  • Halbwaisenrente ca. 7 %


Damit Sie besser einschätzen können, wie viel Sie zusätzlich privat vorsorgen müssen, versendet die Deutsche Rentenversicherung jährlich eine Renteninformation.

Sie richtet sich an Versicherte ab dem 27.Lebensjahr, die mindestens 5 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Was steht in der Renteninformation?

  • wie viel Rente Sie bekämen, wenn Sie aus gesundheitlichen Gründen ab sofort nicht mehr arbeiten könnten (Rente wegen voller Erwerbsminderung)
  • mit welcher monatlichen Rente Sie rechnen können, wenn Sie die Regelaltersrente beziehen, aber ab sofort nichts weiter einzahlen (Ihre bislang erworbene Rentenanwartschaft)
  • wie hoch die Rente ausfallen würde, wenn Sie bis zur Regelaltersgrenze weiterhin – wie in den vergangenen 5 Jahren – Beiträge zahlen (eine Prognose Ihrer künftigen Altersrente).

Die Renteninformation weist zwar ausdrücklich auf den Kaufkraftverlust durch Inflation hin, in Ihrer Rentenberechnung wird dies allerdings nicht berücksichtigt. Und das, obwohl der Kaufkraftverlust enorm zu Buche schlägt. 100 Euro heute können – wie unser Beispiel zeigt – beim Renteneintritt nur noch 62 Euro wert sein. Die Lebenshaltungskosten werden auch in der Rentenphase stärker steigen als die Rente. Die ausgewiesenen 62 Euro verlieren daher weiter an Kaufkraft


… Nullrunden wahrscheinlicher als Rentensteigerungen …

  • künftige Rentenanpassungen werden im Durchschnitt ziemlich niedrig ausfallen. Prognosen zu jährlichen Rentensteigerungen zwischen 1 bis 2 % sind, wie die Vergangenheit gezeigt hat, zu optimistisch